Deutsche Gesellschaft für Volkskunde Johannes Gutenberg-Universität Mainz Gesellschaft für Volkskunde in Rheinland-Pfalz
 
 
 
   
   
 
 
 
 
   
   
 
 
 
 
   
   
   
   
     

Stadtführungen

Schott-Musik-Verlag | Wie Mainz auf seinen Plätzen lebt
Das "neue" Mainz - zwischen Wiederaufbau und Erhalt
| Mainzer Fastnacht
Mayence et la France
| Johannes Gutenberg


Führung A
Schott-Musik-Verlag
(Treffpunkt: Weihergarten 5)

Im Jahr 1770 wurde von Bernhard Schott (1748–1809) der Schott-Verlag in Mainz gegründet. Das Verlagsgebäude aus dem Jahr 1792, im Stil eines Patrizierhauses erbaut, ist nach wie vor Hauptsitz des Unternehmens und steht heute unter Denkmalschutz. Zur Gründungszeit gab es in Mainz ein blühendes kulturelles Leben und eine reich beschäftigte kurfürstliche Hofkapelle. 1780 erhielt Bernhard Schott das "privilegium exclusivum" und das Prädikat "Hofmusikstecher". Es bedeutete, dass innerhalb des Kurfürstentums die von ihm hergestellten Werke nicht nachgestochen werden durften. Als einer der ersten Verlage benutzte Schott das Vervielfältigungsverfahren der Lithographie. So konnte das Notenmaterial bald in hoher Auflage gedruckt und verbreitet werden. Das Verlagshaus, vor allem zeitgenössischer Musik verpflichtet, etablierte sich schnell über die Grenzen Deutschlands hinaus. Schon 1823 gründete Schott eine Niederlassung in Antwerpen, sieben Jahre später eröffnete die Dependance in Brüssel, bald folgten weitere in Musikzentren wie London, Wien, Paris und Leipzig.
(Führung: Frau Dr. Krautscheid)

SCHOTT MUSIC
GmbH & Co KG
Weihergarten 5
55116 Mainz
Tel.: 06131 / 246-0
www.schott-musik.de
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Mainzer Spaziergänge, präsentiert von Mainzer Studenten:

Führung B
Wie Mainz auf seinen Plätzen lebt
(Treffpunkt: Schillerplatz / Schillerstatue)

Die vier bekanntesten innerstädtischen Plätze in Mainz sind der Schillerplatz, der Gutenbergplatz, der Marktplatz mit dem Dom und der Liebfrauenplatz. Eine Besichtigung kann man am Schillerplatz beginnen, der mit seinen Bauten aus dem 18. Jahrhundert besticht. Mit dem Adelspalais Osteiner Hof, von dessen Balkon aus alljährlich die "Mainzer Fastnacht" eingeleitet wird, und dem neun Meter hohen Fastnachtsbrunnen ist der Schillerplatz zugleich einer der zentralen Plätze der närrischen Tage. Nur wenige Gehminuten entfernt liegt der Gutenbergplatz, auf dem sich das repräsentative Theater und das Gutenbergdenkmal seit den 1830er Jahren gegenüberstehen. Das Stadtzentrum bildet der weiter in Richtung Rhein gelegene Marktplatz, der auch Domplatz genannt wird. Hier vor dem 975 erbauten Martinsdom findet drei Mal wöchentlich der Mainzer Markt statt, aber auch andere Festveranstaltungen wie Konzerte, Weinfeste und der Weihnachtsmarkt. Die Tour lässt sich am Liebfrauenplatz beschließen, der direkt an den Marktplatz anschließt. Er ist nach einem im 12. Jahrhundert gegründeten Liebfrauenstift mit dazugehöriger Kirche benannt, die allerdings Ende des 18. Jahrhunderts zerstört wurde. Heute sind noch die Säulengänge dieses Kirchenbaus auf dem Boden des Platzes eingezeichnet.
(Führung: Fabian Koba, Friederike Bülig, Jana Louis, Silke Rieth, Tobias Ripper
)
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Führung C
Das "neue" Mainz - zwischen Wiederaufbau und Erhalt
(Treffpunkt: Am Höfchen)

Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Mainz in Trümmern, rund 80 Prozent der Gebäude waren zerstört. Dieser Stadtspaziergang zeigt das Mit- und Nebeneinander von erhaltener alter Bausubstanz und Wiederaufbauten bis in die 1970er Jahre. Die erste Station ist die hinter dem Dom gelegene Altstadt. Während des Bombardements kaum zerstört, zeugt sie mit Fachwerkfassaden und Kopfsteingassen vom mittelalterlichen Mainz. Der Dom selbst überstand die Kriegsjahre ebenfalls weitgehend unversehrt, die umliegenden Markthäuser wurden jedoch zerstört. Ihr Wiederaufbau in den 1950er Jahren geriet zum Politikum. Auf Druck der Mainzer Bevölkerung wurden die Fassaden der Markthäuser zehn Jahre später alten Vorbildern angepasst. Beim Wiederaufbau federführend waren der Architekt Marcel Lods, ein Hauptvertreter des von Sachlichkeit und Funktionalismus geprägten "Neuen Bauens", sowie Stadtplaner Ernst May, der für eine räumliche Trennung der Funktionsbereiche Wohnen, Arbeiten, Erholen und Bewegen eintrat. Letzte Station: Das Einkaufszentrum Am Brand, das architektonisch an die verwinkelten Gassen des mittelalterlichen Stadtquartiers erinnern soll. Die entstandene Enge führte allerdings zu einer Überlastung des Gebäudekomplexes zu Geschäftszeiten, weshalb das Areal modernisiert und eine Öffnung zum nahe liegenden Rheinufer angestrebt wird.
(Führung: Judith Bürger, Jenny Kreuzer, Malte Ortegel)
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Führung D
Mainzer Fastnacht
(Treffpunkt: Schillerplatz/Fasnachtsbrunnen)

Die Mainzer Fastnacht ist DAS Mainzer Volksfest, die berühmte fünfte Jahreszeit. In vier Stationen werden die wichtigsten Orte des närrischen Treibens benannt und eine Einführung in die Geschichte der Mainzer Fastnacht gegeben. Die Tour beginnt am Schillerplatz, auf dem seit 1967 der Fastnachtsbrunnen steht. Die zahlreichen Figuren am Brunnen greifen Themen der Mainzer Fastnacht und der Stadtgeschichte auf. Der Rundgang folgt am besten dem Verlauf des Rosenmontagszugs zum Gutenbergplatz mit dem Staatstheater bis zum Frankfurter Hof. Der 1841 errichtete Saalbau war bis 1865 Sitzungssaal, eine Narrenhalle oder "Narrhalla". Die wohl bekannteste Mainzer Fastnachtssitzung ist "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht". Sie wird seit 1955 im Fernsehen übertragen. Der in der Sitzung tonangebende Narhalla-Marsch wurde bereits 1844 uraufgeführt, komponiert hat ihn der österreichische Kapellmeister Karl Zulehner. Die Tour endet am Mainzer Dom, der eine wichtige Rolle in Carl Zuckmayers Kriminalroman "Die Fastnachtsbeichte" spielt. In diesem Stück findet man viele Mainzer Orte aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg beschrieben. Interessierten sei darüber hinaus Zuckmayers Autobiographie "Als wär’s ein Stück von mir" empfohlen.
(Führung: Rostiza Genova, Inken Küpper, Sebastian Nuss)
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Führung E
Mayence et la France
(Treffpunkt: Heunensäule)

Die Geschichte der Stadt Mainz (französisch: Mayence) hat mehr mit Frankreich zu tun, als man auf den ersten Blick glauben mag. Mehrmals wurde Mainz von französischen Truppen belagert und besetzt. Nach dem Frieden von Campo Formio (1797) wurde Mainz Teil der französischen Republik und zur Hauptstadt des Départements Donnersberg (Mont-Tonnerre). Napoleon selbst weilte insgesamt acht Mal in Mainz und prägte das Stadtbild. Er plante auf dem heutigen Gutenbergplatz zu Ehren des Erfinders des Buchdrucks mit beweglichen Lettern ein imposantes Mausoleum zu errichten, quer über den Platz sollte die Rue Napoléon führen, die heute Ludwigstraße heißt. Die einsetzende Säkularisierung änderte den Charakter der katholisch geprägten Stadt: der Dom wurde zum Waffenlager und Pferdestall, die Karmeliterkirche zu einem Holzmagazin. Aber auch heute spielen Frankreich und die französische Sprache eine wichtige Rolle im Leben der Mainzer, deren Dialekt mit zahlreichen französischen Begriffen gespickt ist. Die Johannes Gutenberg-Universität hat eine enge Bindung an Frankreich, wurde sie doch nach dem Zweiten Weltkrieg von der französischen Besatzungsmacht in einer einstigen Flakkaserne wieder eröffnet. In dieser Tradition bietet die Universität auch ein deutsch-französisches Doppeldiplom an, den Cursus Intégré.
(Führung: Viktoria Knuth, Andrea Noll, Anne Böttcher
)
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Führung F
Johannes Gutenberg
(Treffpunkt: Gutenberg-Museum)

Das Museum wurde im Jahre 1900 gegründet. Gewidmet ist es der Geschichte der Schrift und des Buches, der Druckkunst und dem Schaffen des Mainzer Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg. Die Schätze des Museums, das nicht weit vom Dom entfernt liegt, sind im Haus "Zum römischen Kaiser" und in einem modernen Ausstellungsbau untergebracht. Im Tresorraum befinden sich die größten Kostbarkeiten des Hauses: ein handgeschriebenes Stundenbuch in lateinischer Sprache aus Frankreich und als Prunkstück die 42-zeilige Gutenberg-Bibel, auch "B 42" genannt. Das zweibändige Werk konnte 1978 in New York erworben werden. Die weiteren Abteilungen führen den Besucher in die Geschichte der Schrift ein - von den Tontafeln bis hin zu den Drucktechniken der jüngsten Zeit.
(Führung: Stéphanie Weber, Verena Metzger)

Gutenberg-Museum
Liebfrauenplatz 5
55116 Mainz
Tel.: 06131 / 122640 - 44
www.gutenberg-museum.de
Öffnungszeiten:
Di–Sa: 9.00–17.00 Uhr
So: 11.00–15.00 Uhr
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Philosophicum, Hörsäle P1 bis P5
der Johannes Gutenberg Universität Mainz,
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Alte Mensa, Auditorium Maximum
der Johannes Gutenberg Universität Mainz,
Becherweg 3