Deutsche Gesellschaft für Volkskunde Johannes Gutenberg-Universität Mainz Gesellschaft für Volkskunde in Rheinland-Pfalz
 
 
 
 
 
 
 
   
   

Wie alt sind Sie? 34 und jedes Jahr kommt eines dazu.
Wo ist Ihr aktueller Wohnsitz? Wien, Österreich.
Was ist Ihre momentane berufliche Tätigkeit? Geschäftsführer der datenwerk innovationsagentur GmbH
Wo waren Sie zuvor tätig? In einem Start-Up namens BLUE C, beim österreichischen Mobilfunkbetreiber ONE und als freiberuflicher Sozialwissenschaftler und Usability Consultant.
Was sind Ihre aktuellen Forschungsprojekte bzw. Forschungsschwerpunkte? Derzeit forsche ich im Rahmen meiner Dissertation an den Entstehungsbedingungen von Weblog Software im Bereich Anthropologie des Medialen.
Was sind Ihre weiteren Interessensgebiete? STS, Innovation im Allgemeinen, Usability und HCI, sowie soziale Auswirkungen von ICT und Social Software.
Worauf freuen Sie sich besonders? Auf das Besondere.

Praxis der Weblog-Software-Entwicklung
Fallstudien zu blogger.com und antville.org

Wie entsteht "Soziale Software"? Um der Beantwortung dieser Frage näher zu kommen, ist es notwendig, die Praxen zu verstehen, aus denen sich neue mediale Formen entwickeln und wie sie bedient werden. Der von mir gewählte Forschungsansatz ist die Anthropologie des Medialen nach Manfred Faßler.

Die Schaffung von Weblog-Programmen und ihre Verwendung zur Vereinfachung beim Publizieren im WWW sind meiner These nach Ausdruck der "medialen Selbstbefähigung des Menschen". Die den Weblogs zugrunde liegenden Software-Codes stammen aus Einzelinitiativen oder anfangs kleinen Firmen. Durch den Erfolg der Anwendungen bei einem größeren Publikum wurde eine Debatte über das Publizieren im Netz losgetreten, die als eine nicht-intendierte Konsequenz daraus verstanden werden kann (Giddens, Beck).

Bereits die Genese der Produktionsmittel muss aus einem Forschungsansatz einer Anthropologie des Medialen heraus berücksichtigt werden. Methodisch orientiere ich mich an Fallstudien zu zwei populären Weblogplattformen, blogger.com und antville.org, um dort die Mikrostrukturen aufzuspüren, die zur Entwicklung und der erfolgreichen Verbreitung der Plattformen geführt haben. Diese Fallstudien wurden mit qualitativen Methoden der teilnehmenden Beobachtung, Interviews und Dokumentenanalyse operationalisiert.

Wenn wir die Entstehung von Weblogs besser verstehen lernen, die Menschen hinter den Projekten kennen lernen, wenn wir deren Motivation während und nach der Einführung der Software auf ihren Webpages erfahren, sollten sich Rückschlüsse darauf ableiten lassen, wie es zu Innovationen im Bereich der Sozialen Software kommt. Denn es hat den Anschein, dass die alten Innovationsregime aus Markt und Organisationen als Erklärungsmodelle nicht mehr ausreichen, um die Innovation von webbasierten Applikationen zu erklären.

 
 

Dipl. psych. Wolfgang Zeglovits
 
 
 
 
Der Vortrag von Wolfgang Zeglovits findet statt am:
Mi | 26.9. | 10.00 Uhr
in P4