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Was
ist Ihre momentane berufliche Tätigkeit? Korrektor,
Lektor, Autor
Wo waren Sie zuvor tätig? Studentischer Mitarbeiter
im Forschungskolleg Kulturwissenschaftliche Technikforschung
des Instituts für Volkskunde, Universität Hamburg
Was sind Ihre aktuellen Forschungsprojekte bzw. Forschungsschwerpunkte?
Dissertationsprojekt zum autobiografischen Erzählen über
prekäre Arbeitsverhältnisse / Publikationsprojekt
zur Geschichte des Protests sozialer Bewegungen
Was sind Ihre weiteren Interessensgebiete? Dokumentarismus
/ Akustische Ethnografie / Writing Culture / Militante Untersuchungen
/ Kulturwissenschaftliche Stadtforschung
Dokumentarisches
Hörspiel der 1970er Jahre in der BRD
Möglichkeiten ethnographischer Repräsentation?
Im
Anschluss an die Studentenrevolte von 1968 kam es innerhalb
des bundesdeutschen Literaturbetriebes zu Debatten über
die politische Bedeutung der Literatur. Schriftsteller, die
der Außerparlamentarischen Opposition nahe standen,
verließen ihren Schreibtisch und begaben sich, bewaffnet
mit Marx, Mikrofon und Tonbandgerät, in die Fabriken.
Mit dokumentarischen Methoden sollten nun die Lebens- und
Arbeitsverhältnisse lohnabhängig Arbeitender beschrieben
werden, um auf diese Weise die gesellschaftlichen Verhältnisse
zu verändern. Nicht alle wählten schriftliche Publikationsformen
zur Veröffentlichung ihrer Berichte, einigen erschien
der Rundfunk als geeigneteres Medium zur Verbreitung des aufgezeichneten
Materials. Und so entstanden aus manchen Tonaufnahmen mit
den Stimmen der Arbeiterklasse dokumentarische
Hörspiele.
Innerhalb der Volkskunde/EKW wurde bislang keine weitergehende
Auseinandersetzung mit Dokumentarischem Hörspiel der
1970er Jahre in der BRD geführt. Dabei sind die damals
entwickelten dokumentarischen Produktions- und Darstellungsformen
nicht nur aus historischer Perspektive, sondern auch in Bezug
auf die kritische Reflexion ethnographischer Repräsentation
von fachlicher Bedeutung.
Ausgehend
von meiner Magisterarbeit möchte ich mich deshalb zum
einen mit den Fragen beschäftigen, wie damals mit dokumentierender
Autorschaft, mit den Dokumentierten sowie dem dokumentarischen
Material verfahren wurde und welche dokumentarischen Methoden
die Bedingungen des Mediums Rundfunk dabei bewirkten. Darüber
hinaus möchte ich fragen, welche Möglichkeiten aus
einer kritischen Auseinandersetzung mit dieser dokumentarischen
Form für die Volkskunde/EKW angesichts des gegenwärtigen
Stands der fachinternen Reflexion ethnographischer Repräsentation
erwachsen.
Mit
akustischer Unterstützung durch Auszüge der Hörspiele
BERGMANNSHÖRSPIEL und EINER MUSS IMMER PARIEREN, die
1972 bzw. 1973 vom WDR gesendet wurden und einen Teil des
Forschungsmaterials meiner Magisterarbeit bilden, möchte
ich mit meinem Vortrag zu solch einer kritischen Auseinandersetzung
anregen.
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