Deutsche Gesellschaft für Volkskunde Johannes Gutenberg-Universität Mainz Gesellschaft für Volkskunde in Rheinland-Pfalz
 
 
 
 
 
 
 
   
   

Wie alt sind Sie? 45.
Wo ist Ihr aktueller Wohnsitz? In München.
Was ist Ihre momentane berufliche Tätigkeit? Ich bin Geschäftsführer der Internationale Münchner Filmwochen GmbH, Leiter des Filmfest München und Veranstalter des Internationalen Festivals der Filmhochschulen München. Außerdem bin ich beim Goethe-Institut angestellt, dort aber beurlaubt.
Was sind Ihre aktuellen Forschungsprojekte bzw. Forschungsschwerpunkte? Ich bin in der ungewöhnlichen Situation, daß Film mein Beruf ist und das Halten von (halb)wissenschaftlichen Vorträgen und Publizieren von ebensolchen Texten sozusagen mein Hobby. Bei den meisten Menschen, auf die ich bei letzterem treffe, ist es eher umgekehrt. Ich beschäftige mich vor allem mit dem Kommunikationsphilosophen Vilém Flusser und mit medienphänomenologischen und -theoretischen Fragestellungen. Dabei wird mir vor allem der Dialog immer wieder neu zum Rätsel.
Was sind Ihre weiteren Interessensgebiete? Film und Rockmusik.
Worauf freuen Sie sich besonders? Auf gute Dialoge.

Die kodifizierte Welt des Vilém Flusser
und die Medienfiktion einer Nicht-Medialität des Alltags

Der tschechisch-brasilianische Kommunikationsphilosoph Vilém Flusser (1920-1991) entwickelte ein Modell, das, von der zivilisationsgeschichtlich fortschreitenden Reduktion der Dimensionalität von Codes dominanter Aufzeichnungs- und Wiedergabetechniken ausgehend, tiefgreifende kulturelle Veränderungen in Gesellschaften in ein neues Licht rückt. Dieses Modell soll kurz vorgestellt werden, wobei das Spannungsverhältnis von vorgeschichtlichem Bild, Schrift und technischem Bild/Algorithmus im Mittelpunkt stehen soll. Diskursiv von einem anonymen Apparat-Operator-Komplex produzierte und verteilte Technobilder geben sich häufig den falschen Anschein eines unmittelbaren Wirklichkeitsbezugs bzw. einer Medialität aus erster Hand. In Verbindung mit dem herrschenden Ungleichgewicht zwischen Dialogen und Diskursen entsteht so ein ideologiebasiertes, kritik- und entwicklungshemmendes Programm, das zur Gefahr für die Kohärenz einer Gesellschaft wird.

 
 

Andreas Ströhl
 
 
 
 
Der Vortrag von Andreas Ströhl findet statt am:
Mi | 26.9. | 9.00 Uhr
in P1
 
 
 
   
 
 
 
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