|


Katja
Dühlmeyer
Wie
alt sind Sie? 37 Jahre
Wo ist Ihr aktueller Wohnsitz? Berlin
Was ist Ihre momentane berufliche Tätigkeit? seit
1998 Fachreferentin an einer Bibliothek (UB der HU Berlin,
Zweigbibliothek Europäische Ethnologie) für Ethnologie/Volkskunde
Wo waren Sie zuvor tätig? Studium der Ethnologie
(Völkerkunde), Islamwiss., Soziologie in Münster
und Köln, MAgister-Forschungsprojekt über Geistbesessenheit
in Sansibar-Stadt, danach Arbeit im Informations- und Bibliotheksbereich
(u.a. Researcher für Unternehmensberatungen)
Was sind Ihre aktuellen Forschungsprojekte bzw. Forschungsschwerpunkte?
zzt. rein bibliothekarisch: Geschichte und Zukunft der kooperativen
Informationsversorgung (Sondersammelgebiete), Evaluation von
bibliothekarischen Leistungen, thematische/sachliche Recherchemöglichkeiten
(Sacherschließung)
Was sind Ihre weiteren Interessensgebiete? Forschungsthemen:
Kosmologien/Wissens-/Glaubenswelten, Mobilität, Kinderwelten/-leben
Sonst: Literatur/Lesen, Tanzen, Berlins tolles Kinoangebot/nette
Filme
Worauf freuen Sie sich besonders? das erste Mal mit
meinem kleinen Sohn fliegen (geplant: Mai 2008 nach Nairobi)
Literatur
suchen und finden
Thesauri, Volltextretrieval oder soziale Software und
wo liegt die Zukunft der IVB?!
"Jeder
will sie haben, keiner will was dafür tun." Lange
Jahre war das ein fachpolitischer "Leitspruch" für
den Umgang mit bibliographischen Daten, die einen fachlichen
Zugang vor allem zu Aufsatzliteratur ermöglichen. Dies
galt auch für die IVB, in die über Jahrzehnte von
"sympathisierenden" Archivaren und Bibliothekaren
Daten eingebracht wurden. Letztlich konnten diese aber nicht
allein für eine aktuelle und die aktuelle Forschungsdiskussion
der Volkskunde/Europäischen Ethnolgie widerspiegelnde
IVB verantwortlich sein. Viel und oft wurde deshalb über
die Zukunft der IVB gestritten.
Die
Virtuelle Fachbibliothek Ethnologie/ Volkskunde EVIFA
hat nun in einem ersten Schritt einen Teil der IVB-Daten
den modernen Nutzungsgewohnheiten zugeführt. Das war
dringend notwendig, denn die Recherchegewohnheiten heutzutage
sind einfach zu sehr von den elektronischen Medien und Möglichkeiten
geprägt, als dass jemand noch Jahrgang für Jahrgang
einer Printbibliographie durchblättern würde.
Mehr
und mehr stellt sich jedoch die Frage: In welcher Form braucht
man heute noch spezielle Bibliographien? Einerseits können
über Google und Co. Volltexte durchsucht werden, ohne
dass man sich spezielle Recherchekenntnisse aneignen müsste.
Hinzu kommt der neue Trend zum "Selbermachen": Im
Hinblick auf Social Networking, tagging, Folksonomys, Bookmark-Sharing
und vergleichbaren Entwicklungen im Internet wird der User
/ Fachwissenschaftler immer mehr zu einem "Sacherschließer",
der Bücher, Aufsätze, Bilder, Filme usw. fröhlich
nach einem eigenem, "grad passenden" Thesaurus verschlagwortet
und einordnet. Ist somit eine Einordnung nach fachlichen und
bibliothekarischen Kriterien überhaupt noch notwendig,
ja sinnvoll? Brauchen wir noch eine IVB, wenn im Internet
das "fachliche Volk" unsere Aufsätze schon
längst besser und vor allem zahlreicher erschlossen hat
als es eine Bibliographie zukünftig je könnte?
Der
Vortrag will die Zukunft der IVB-Online in zwei Richtungen
ausloten. Zum einen stellt sich die Frage, was passiert mit
all den alten "Daten", die noch nicht online sind?
Zum anderen: Kann eine neu aufgestellte und auch fachpolitisch
begründete und getragene IVB-Online (wieder) ein wichtiges
Instrument unseres Faches werden?
|