Deutsche Gesellschaft für Volkskunde Johannes Gutenberg-Universität Mainz Gesellschaft für Volkskunde in Rheinland-Pfalz
 
 
 
   
   
 
 
 
 
   
   
 
 
 
 
   
   
   
   
     

Wie alt sind Sie? 35 Jahre
Wo ist Ihr aktueller Wohnsitz? Engelberg, Schweiz
Was ist Ihre momentane berufliche Tätigkeit? Freischaffender Ethnologe/ Kulturwissenschaftler, teilweise angestellt in universitären Forschungsprojekten (Universität Basel)
Wo waren Sie zuvor tätig? Doktorat zum kulturellen Wandel im Oberwallis am Seminar für Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie der Universität Basel
Was sind Ihre aktuellen Forschungsprojekte bzw. Forschungsschwerpunkte? Kultureller Wandel in den alpinen Regionen (Leitung des Forschungsprojekts "Kultureller Wandel in Graubünden: Strukturen, Praxen, Erfahrungen" am Institut für Kulturforschung Graubünden)
Ethnografischer Film (Leitung eines ethografischen Filmprojekts zur Geschichte der Korporation Ursern und dem Alltagsleben im Urserntal (Kanton Uri, Schweiz)
Volkskultur: Begriff und Praxis (Mitarbeit im NF-Projekt "Kultur und Politik. 'Volkskultur' zwischen Wissenschaft, kultureller Praxis und (kultur)politischer Förderung")
Was sind Ihre weiteren Interessensgebiete? Tourismusgeschichte, Nahrungsforschung
Worauf freuen Sie sich besonders? Auf die ersten Schritte meiner 13 Monate alten Tochter, die nicht in einer Bauchlandung mit lauten Tränen enden.

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Chancen, Risiken und Nebenwirkungen des Einsatzes von Filmbildern im qualitativen Interview

Auch wenn der ethnografische Film innerhalb der Europäischen Ethnologie eher eine randständige Stellung einnimmt, ist im Fach doch hinlänglich bekannt, dass Filme und Video-dokumentationen ein (mögliches) Produkt ethnologischer Feldforschung sein können. Vermutlich weniger bekannt dürfte hingegen die Funktion des Films als Mittel zum Zweck im Prozess der qualitativen Datenerhebung sein. Diesem spezifischen, methodologischen Aspekt möchte das Referat nachgehen. Der Einsatz von Filmbildern im qualitativen Interview verspricht, die methodischen Prinzipien der geleiteten Dialogizität und der inhaltlichen Offenheit in besonderem Mass zu unterstützen und scheint sich somit als geeignetes Instrument für die "Kunst des Reden-Lassens" (Brigitta Schmidt-Lauber) zu empfehlen. Die Erfahrungen im Feld zeigen, dass vorgeführtes Filmmaterial tatsächlich dichte und unmittelbare Erzählungen auslöst, weil es die Betrachter emotional berühren kann und eine prägnante Positionierung zum Gezeigten herausfordert. Allerdings öffnet es – und diese Risiken und Nebenwirkungen gilt es zu reflektieren – auch Tür und Tor für Aneignungen und Vereinnahmungen seitens der befragten Personen, die in ihrer Qualität zuweilen eine (neuartige?) Heftigkeit erreichen und ihrerseits angepasste Strategien der Gesprächsführung im engeren und des (Feld-)Forschungsvollzugs
im weiteren Sinn erfordern.

 
 
Marius Risi
 
 
 
 
Der Vortrag von Marius Risi findet statt am:
Mi | 26.9. | 10.00 Uhr
in P2
 
 
 
   
 
 
 


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  Blogbeitrag: Zur Inszenierung des Alltags zwischen Poesie, Betroffenheit und Gleichgültigkeit