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Wie
alt sind Sie? 33 Jahre alt
Wo ist Ihr aktueller Wohnsitz? Göttingen
Was ist Ihre momentane berufliche Tätigkeit? Wissenschaftlicher
Mitarbeiter am Institut für Kulturanthropologie/Europäische
Ethnologie der Universität Göttingen
Wo waren Sie zuvor tätig? GfkF (Gesellschaft für
den kulturwissenschaftlichen Film)
Was sind Ihre aktuellen Forschungsprojekte bzw. Forschungsschwerpunkte?
Visuelle Anthropologie (Fotografie, ethnographischer Film),
Diskursforschung. Im Rahmen meiner Dissertation suche ich
nach Unterschieden in den Diskursen der ethnographischen Repräsentationspraxen
Film und Text.
Worauf freuen Sie sich besonders? Auf das Heimspiel
des FSV am letzten Kongresstag gegen 1860
Die
andere Nähe
Disziplinäre Autorisierungspotentiale von Film und Text
Eigentlich
hätte der linguistic turn das erkenntnistheoretische
Potential gehabt, das Gefüge der Medien ethnographischer
Repräsentationen grundsätzlich zu hinterfragen.
Der schriftliche Text, traditionell das Wirklichkeit repräsentierende
Medium der Kulturwissenschaften, entpuppte sich im Zuge der
genannten Debatte als Darstellung fragmentierter Wahrheiten
mit hohen fiktionalen Elementen.
Der
ethnographische Film hingegen oft in den Kulturwissenschaften
aufgrund genau dieser Eigenschaften weitgehend unbeachtet
hätte wegen seiner Dialektik von mechanischem
Abbild und gestaltetem Bild als probates Mittel diskutiert
werden können, kulturelle Phänomene immanent polyphon
und evokativ an Rezipienten zu vermitteln. Doch nichts dergleichen:
Die Dominanz des schriftlichen Textes ist nach wie vor ungebrochen.
Welche Mächte sind es also, die das kulturelle Wissen
darum, wie kulturwissenschaftlich erworbenes Wissen selbst
vermittelt werden soll, verwalten?
Rekurrierend
auf Michel Foucaults Überlegungen zum Wesen von Diskursen,
ihre Machtimplikationen und ihre Bedeutung für die Organisation
und Struktur wissenschaftlicher Disziplinen, gehe ich der
Frage nach, welche Eigenschaften ein Medium für seinen
wissenschaftlichen Gebrauch qualifizieren. "Ein Satz
muss [...] komplexen und schwierigen Erfordernissen entsprechen,
um der Gesamtheit einer Disziplin angehören zu können"
(Foucault 2003). Diese Einschätzung Foucaults impliziert
bereits, dass z.B. ein Text neben seiner Funktion, etwas über
andere kulturelle Realitäten mitteilen zu können,
auch bestimmte Eigenschaften erfüllen muss, um den Regeln
des eigenen Diskurses zu genügen. Das Einfügen in
einen bestimmten theoretischen Horizont mittels intertextueller
Verweise kann hier als eines von unterschiedlichen Erfordernissen
genannt werden.
Am
Beispiel des ethnographischen Schreibens möchte ich herausarbeiten,
mit Hilfe welcher textuellen Praktiken sich eine Textgattung
gegenüber der eigenen Disziplin autorisieren muss. Diese
für die Verortung in den Diskursen des eigenen Faches
relevanten und über die Beschreibung und Interpretation
des Gegenstandes hinausgehenden Subpotentiale sollen in einem
zweiten Schritt mit denen des ethnographischen Films verglichen
werden.
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