Deutsche Gesellschaft für Volkskunde Johannes Gutenberg-Universität Mainz Gesellschaft für Volkskunde in Rheinland-Pfalz
 
 
 
   
   
 
 
 
 
   
   
 
 
 
 
   
   
   
   
     

Alter: 35
Wohnsitz: Graz / zur Zeit London
Ihre berufliche Tätigkeit zur Zeit? Research Fellow am Goldsmiths College / University of London / Centre for Visual Anthropology; Lehrbeauftragte an der Universität Graz
Ihre aktuellen Forschungsprojekte? Fieldwork and Fiction / Creative Sites
Wo waren Sie zuvor tätig? Research Fellow am IFK Wien / Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften
Ihre Forschungsschwerpunkte insgesamt? Stadtforschung, Visuelle Anthropologie, Bildwissenschaft, Kunst im öffentlichen Raum
Ihre weiteren Interessensgebiete? Zeitgenössische Kunst, Architektur
Worauf freuen Sie sich besonders? Konstruktive Diskussionen; die Erkundung der Stadt Mainz nach "creative sites" und Kunst im öffentlichen Raum

Was sucht die KünstlerIn im Feld?

Sich selbst? Die Anderen? Oder einfach nur den alltäglichen Ort, der ihre Botschaften auch außerhalb des Kunstraums für möglichst viele Menschen sichtbar macht? Seit den 1960er Jahren hat Kunst im öffentlichen Raum Konjunktur – und zwar nicht nur als Instrument demokratischer Kulturpolitik, ästhetischer Irritation oder ideologischer Demonstration, sondern zunehmend als künstlerische Praxis der Erkundung und visuellen Repräsentation kultureller Zusammenhänge. Dieser "Ethnographic Turn" äußert sich als Interesse an alltäglichen, oft marginalisierten Lebensrealitäten, wobei die Rezeption kulturwissenschaftlicher Macht-, Raum- und Differenzdiskurse sowie die Adaption von Methoden empirischer Kulturforschung den Arbeitsprozess prägen. Im Vergleich mit Theorien und Methoden, die den kulturanthropologischen Blick seit den 1960er Jahren leiten, lassen sich einige signifikante Parallelen zwischen den sozialen Feldern der Kunst und Kulturanthropologie beobachten. Neben repräsentationskritischen Debatten sind es vor allem Fragen des veränderten Verhältnisses zwischen physischen, imaginierten und sozialen Räumen, die Fragestellungen, Forschungs- und Repräsentationsformen prägen. Die fortschreitende Medialisierung des Alltags und Mobilität der Menschen stellt KünstlerInnen wie KulturanthropologInnen vor die Herausforderung eines permanenten Überdenkens des Verhältnisses zwischen Orten, Bildern und Akteuren. Vor diesem Hintergrund begehrt der forschende Blick auf die feldforschenden KünstlerInnen nicht zuletzt eine Schärfung der eigenen epistemischen Werkzeuge. Im Sinne eines "Learning from Contemporary Art" stellt sich die Frage: Was sucht die KünstlerIn im Feld? Und was kann die Ethnologin daraus lernen?

 
 
Judith Laister
 
 
 
 
Der Vortrag von Judith Laister findet statt am:
Mi | 26.9. | 13.00 Uhr
in P4