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Wie
alt sind Sie? 44
Wo ist Ihr aktueller Wohnsitz? Benediktbeuern, Landkreis
Bad Tölz, Oberbayern
Was ist Ihre momentane berufliche Tätigkeit? Leiter
des Strategiebereichs Allgemeine Erwachsenenbildung, Bayerischer
Volkshochschulverband - nebenher Lehrbeauftragter für
EE an der Universität Innsbruck
Wo waren Sie zuvor tätig? 1) Westfälisches
Freilichtmuseum Detmold, 2) Institut für Volkskunde/Europäische
Ethnologie, Ludwig-Maximilians-Universität München
Was sind Ihre aktuellen Forschungsprojekte bzw. Forschungsschwerpunkte?
Wissenstransfer, Tourismus und Erlebnisgesellschaft, Kulturwandel
im Web 2.0.
Worauf freuen Sie sich besonders? Viele neue Perspektiven,
nette KollegInnen treffen
Offliner
und Onliner
Die kulturelle Fixierung des Web 2.0
Nicht
selten und mitunter allzu leicht wird in kulturwissenschaftlichen
Debatten das Ende einer Ära, der Untergang eines Zeitalters
oder der Aufbruch in eine neue Epoche beschworen. Glaubt man
MedienwissenschaftlerInnen ist es heute erneut soweit: die
rasante digitale Revolution durch das Web 2.0 verändere
unser Alltagsleben radikal. Verglichen wird die Entstehung
des Web 2.0 mit jenem Kulturwandel, der durch die Erfindung
des Buchdrucks ausgelöst wurde (Tom OReilly 2006).
Und
in der Tat scheinen sich grundlegende neue Muster kultureller
Kommunikation durch die Neugestaltung des Internets in den
letzten fünf Jahren abzuzeichnen: die etablierte Wissenschaftskultur
wird erschüttert und ist gleichzeitig fasziniert von
den Möglichkeiten des antihierarchischen Wissenstransfers,
den etwa Wikipedia ermöglicht. Mit Hilfe des Pod- und
Vodcastings, durch breit gestreute Kommunikationsforen und
webbasierte Shareware und Freeware geraten traditionelle Informations-
Archiv- und Technikmonopole in Bedrängnis, wenn nicht
gar ins Wanken. Der passive "User" des Web 1.0 wird
im Web 2.0 zum aktiven Gestalter von Kommunikation und Wissen.
Weblogs verlagern das Private ins Öffentliche. Neue soziale
Netze entstehen durch lokale und globale Online-Communities.
Der
Vortrag präsentiert anhand von wenigen einschlägigen
Beispielen das Web 2.0 als kulturelles Phänomen. Analysiert
wird darauf aufbauend die kulturelle Fixierung des Web 2.0
in seiner Entstehungsphase, untersucht werden die kulturellen
Strategien und Kompetenzen der Akteure sowie die neuen Grenzen,
die sich durch die Teilhabe und Nicht-Teilhabe am Web 2.0
ergeben (Onliner-Offliner-Debatte).
Die
Basis der Kulturanalyse des Web 2.0 bilden jüngste Forschungsergebnisse
aus Medienwissenschaft und -pädagogik (z.B. Franz Josef
Röll, Norbert Boltz) sowie ausgewählte Arbeiten
aus den Kulturwissenschaften (z.B. Aleida Assmann, Horst Bredekamp).
Empirisch einbezogen werden zudem die Ergebnisse der ARD/ZDF-Online
Studie 2006 sowie die Begleitforschungen des vom Bayerischen
Kulturministerium geförderten Projekts "Freelearning
Flexibles Lernen für Erwachsene in Bayern"
(Bayer. Volkshochschulverband 20052007).
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