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Das
Kostüm der Macht
Das Erscheinungsbild von PolitikerInnen von 19492005
im Magazin "Der Spiegel"
Moderne
Politik stützt sich in erheblichem Maße auf die
Präsentation durch Massenmedien, greift gezielt in ihre
Strukturen ein und macht sie für sich nutzbar. Besonders
die Ausdrucksseite von Politik als ihre sinnlich wahrnehmbare
Dimension passt sich immer wieder sehr flexibel den medialen
Gegebenheiten an. Dabei spielt gerade die Selbstdarstellung
von PolitikerInnen eine entscheidende Rolle in der Vermittlung
von Politik und in Entscheidungsbildungsprozessen. Es gehört
heutzutage zu den normalen Aufgaben eines Politikers, sich
permanent medial zu präsentieren. Das reziproke Spiel
zwischen Medien und Politik verlangt auf Seiten der Öffentlichkeit
die Sichtbarkeit der Amtsträger. Andererseits leisten
PolitikerInnen diesem Bedürfnis Vorschub, indem sie ihr
Profil den medienkulturellen Gegebenheiten anpassen und versuchen,
selbstdarstellerische Qualitäten zu perfektionieren.
Als visuelle Darstellungsmittel stehen ihnen der eigene Körper,
die Bekleidung, Gestik und Mimik zur Verfügung.
Das
immer bedeutender werdende vestimentäre Erscheinungsbild
in der deutschen Politik steht daher im Vordergrund meiner
Untersuchungen, die im Rahmen einer Dissertation zu diesem
Thema stattfinden. Die personellen Repräsentationen bilden
über Körper und Kleidung, so eine These, spezifische
Muster und Darstellungsweisen aus, die als stilistische Verdichtungen
wahrnehmbar sind. Es konnte festgestellt werden, dass politische
Personalisierungen bestimmte Darstellungspraxen und Repräsentationsebenen
entfalten, die sich im Spiegel der Medien aber immer wieder
transformieren und differenzieren. Umgekehrt beeinflussen
die Darstellungsweisen auch das Bild der Politik in erheblichem
Maße. Die äußere Erscheinung von PolitikerInnen,
die in der Politikerkleidung, dem "Kostüm der Macht",
seinen Kristallisationspunkt findet, ist entscheidend an der
Konstruktion und Legitimation von Politik beteiligt. Die Untersuchung
spricht sich daher dafür aus, dass im Zusammenspiel medialer
Verbreitungstechniken und der äußeren Erscheinung
von Personen als Teil von imagebuilding und impressionmangement
neue Formen sozialer Interaktion zwischen Politik und Bürger
entstehen. Die empirische Basis der Arbeit bildet eine Längsschnittanalyse
der Pressefotografie im Magazin Der Spiegel von 19492005.
Das methodisch kombinatorische Profil, der Zugang zur Quelle
und ihre Analyse berücksichtigt die Relevanz und Rezeption
des Magazins Der Spiegel, die Pressefotografie in der Politikdarstellung,
Grundlagen der visuellen Kommunikation, politische und vestimentäre
Ikonografie sowie den Längsschnitt als Erhebungsmittel.
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