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Wie
alt sind Sie? 62
Wo ist Ihr aktueller Wohnsitz? Zumikon bei Zürich
Was ist Ihre momentane berufliche Tätigkeit? Ordinarius
für Volkskunde und Leiter des Instituts für Populäre
Kulturen der Universität Zürich
Wo waren Sie zuvor tätig? ebenda
Was sind Ihre aktuellen Forschungsprojekte bzw. Forschungsschwerpunkte?
Theorien und Methoden der Volkskunde, Fachgeschichte (besonders
der Schweiz), interkulturelle Kontakte, Alltagskulturen und
Alltagsethnographie, urbane Lebenswelten, nonverbale Kommunikation,
Tourismus , Bräuche und Folklorismus, Nahrung, Alltagsästhetik
u.a.m.
Was sind Ihre weiteren Interessensgebiete? Eventkulturen,
Transformation von Bräuchen, Binnentourismus, Kitsch
Worauf freuen Sie sich beim Kongress besonders? Informeller
Gedankenaustausch mit Kollegen und Kolleginnen, Auseinandersetzung
mit Medienkulturen, Standorte um die Medialisierung des Alltags
Marke
und Medium
Das "neue" Schweizerkreuz im Swissness-Trend
Dass
sich das Schweizerkreuz immer grösserer Beliebtheit erfreut,
lässt aufhorchen und macht neugierig. Wir finden das
weltweit vertraute Nationalsymbol nicht mehr nur auf Fahnen,
Souvenirs und an eidgenössischen Festen, Sport- und Politanlässen
es hat neue Orte erobert und wirkt in einer bislang
nie gekannten Präsenz. Längst drückt es im
Alltag einer Vielzahl von Gebrauchsgegenständen und Geschenkartikeln
seinen populären Stempel auf, irgendwo zwischen life-style,
fun gadget oder trendiger Veredelung. Ohne Zweifel zeichnet
sich ein "neues" Schweizerkreuz mit neuen Gebrauchsweisen
ab, die nunmehr nicht mehr ausschliesslich öffentlichen
"Auftritten" dienen, sondern sich ebenso in privaten,
häuslichen und intimen Bereichen ausmachen lassen.
Zeitgleich
zum erweiterten Gebrauchsradius des Nationalsymbols häuft
sich das Reden und Nachdenken über die Schweiz und Schweizerisches
und verdichtet sich auffallend stark in einer neu als Swissness
bezeichneten Denkweise. In der Wirtschaftskommunikation, in
der Werbung, im Marketing und in der Businessmentalität
steht Swissness für schweizerische
Produktqualität und Qualitätsdenken. Der Vortrag
postuliert hier ein Verbundsystem und fragt nach Strukturzusammenhängen
zwischen Swissness, der Verkultung der Marke Schweiz und dem
seit 2001 ungebrochen anhaltenden Trend zum Schweizerkreuz.
Die Marke Schweiz wird dabei in einem gesellschaftlichen Gesamtkontext
betrachtet, um ihre Funktion als Medium im Sinn eines nationalen
Gedächtnisspeichers freizulegen. Dieser enthüllt
verschiedene Botschaften und regt zu einer neuen Deutung an.
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