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Wie
alt sind Sie? 48 Jahre
Wo ist Ihr aktueller Wohnsitz? Zürich
Was ist Ihre momentane berufliche Tätigkeit? Oberassistentin
(Bologna-Koordinatorin und Studienberaterin) am Institut für
Populäre Kulturen an der Universität Zürich
Wo waren Sie zuvor tätig? Lehrbeauftragte an der
Pädagogischen Hochschule Zürich Assistentin am Volkskundlichen
Seminar, Abt. Europäische Volksliteratur der Universität
Zürich Lektoratsmitarbeiterin im efef-Verlag, Bern, Primar-
und Deutschlehrerin an der Zürcher Volksschule
Was sind Ihre aktuellen Forschungsprojekte bzw. Forschungsschwerpunkte?
Unterhaltungsforschung; generell populäre Literaturen/Medien
und deren Rezeption, insbesondere Soap Opera, Bollywood-Film,
Liebesgeschichten, Science Fiction, Krimi (insbesondere sog.
Frauenkrimis)
Was sind Ihre weiteren Interessensgebiete? Narratologie,
Film Studies, Gender Studies, Psychoanalyse
Worauf freuen Sie sich besonders? Austausch mit KollegInnen,
anregende Begegnungen, Kennenlernen der Uni Mainz sowie der
Stadt Mainz
Liebesgeschichten
als Ratgeberliteratur
"All
I need to know in life I learned from romance novels"
unter diesem Titel veröffentlichte Victoria M.
Johnson 1998 einen Ratgeber in Liebesdingen, der sich explizit
an Liebhaberinnen des romantischen Genres wendet. Die im Titel
implizierte Verflechtung von Ratgeberliteratur und fiktionaler
Unterhaltung erweist sich mit Blick auf neuere Tendenzen innerhalb
des romantischen Genres als mehr als bloß geschickte
Vermarktungsstrategie. Das Phänomen zeichnet sich seit
geraumer Zeit in populären Texten, Filmen und Serien
ab, für die unter dem Label "chick lit" bzw.
"chick flick" geworben wird. In "Bridget Jones",
"Sex and the City" oder "Mondscheintarif"
finden sich zahlreiche Bezüge zu populären Sachbüchern
wie dem in den USA besonders wirkungsmächtigen "The
Rules", die der Leserin "time-tested secrets for
capturing the heart of Mr Right" versprechen. In "Mondscheintarif"
etwa werden solche Liebesregelwerke zum Gegenstand fiktionaler
Kommentierung. Mit "Jane Austens Guide to Dating"
hat die Krimiautorin Lauren Henderson 2005 ein Sachbuch vorgelegt,
das explizit die Nutzung von fiktionaler Literatur als Ratgeber
in Liebesfragen propagiert und dabei auf das populärkulturell
besonders breit rezipierte fiktionale Universum der englischen
Schriftstellerin Jane Austen zurückgreift.
Seit
den 1980er Jahren ist diese Vermischung von (fiktional gestalteter)
Unterhaltung einerseits und Funktionen wie Information, Belehrung
und Beratung andererseits in der Populärkultur verstärkt
beobachtbar. In diesen Kontext gehört auch die schon
breiter rezipierte Präsenz unterhaltender Gestaltungsweisen
in informierenden, belehrenden, beratenden Genres, für
die sich die Bezeichnungen Infotainment, Edutainment und Servotainment
durchgesetzt haben. Mit dem Blick auf ein "klassisches"
Unterhaltungsgenre soll im Beitrag nun auch die Grenzaufhebung
zwischen Unterhaltung und Belehrung von der fiktionalen Seite
aus stärker beleuchtet werden.
Der
Beitrag steht im Kontext eines Forschungsaustausches zu Phänomenen
der Unterhaltung zwischen VertreterInnen der Medien- und Kommunikationswissenschaft,
Medienpsychologie, Kulturwissenschaft, Filmwissenschaft, Romanistik,
Anglistik und Germanistik.
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