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Alter:
38
Wohnsitz: Dresden
Ihre berufliche Tätigkeit zur Zeit? wiss. Mitarbeiter
Ihre aktuellen Forschungsprojekte? Migration in/nach/aus
Sachsen
Wo waren Sie zuvor tätig? Institut für Wirtschafts-
und Sozialgeschichte der Universität Göttingen
Ihre Forschungsschwerpunkte insgesamt? Ihre weiteren
Interessensgebiete? Arbeits- und Organisationsforschung, Kulturgeschichte
des 19. Jahrhunderts, Sachkulturforschung, Migration
Famöse
Affairen
Zur kulturhistorischen Rolle von Medien in der Auswanderungsbewegung
der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
Elektronische
Medien, neue Informationstechnologien und vernetzte (Wissens-)
Gesellschaften spielen eine zentrale Rolle in den Globalisierungsprozessen
der vergangenen Jahre. Dass solche Neuentwicklungen auch im
kulturellen und sozialen Raum erhebliche Wirkungen entfalten,
ist einer volkskundlich-kulturwissenschaftlichen Forschung
heute selbstverständlich. Dabei wurde von historischer
Seite jedoch wiederholt darauf hingewiesen, dass diese Entwicklungen
keineswegs völlig neuartige Erscheinungen darstellen,
sondern bereits in der beginnenden Moderne Globalisierungsvorgänge
im Bereich der Medien zu beobachten sind.
Ausgehend
von dieser Prämisse untersucht der Vortrag am Beispiel
der Auswanderung einer Gruppe von orthodoxen Altlutheranern
aus Sachsen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts,
welchen Einfluss zeitgenössische Medien, insbesondere
Zeitungen, auf den transnationalen Diskurs um die Auswanderungsbewegung,
ihre Voraussetzungen und Folgen besaßen. Er fragt danach,
welche Verknüpfungen zwischen einer spezifischen Auswanderung
und dem gesellschaftlichen Kontext der Zeit medial hergestellt
wurden, welche Rolle transatlantische Rückkopplungen
von Informationen im Prozess von Auswanderung und Ansiedlung
der Emigranten einnahmen und wie sich durch die Fokussierung
auf einzelne tagesaktuelle Themen frühe Formen medialer
Vernetzung im transatlantischen Raum ausbildeten. Anhand dieses
Beispiels lässt sich verdeutlichen, dass sich die Rolle
von Medien im gesellschaftlichen Modernisierungsprozess nicht
auf eine begrenzte Kommentierung der gesellschaftlichen Wirklichkeit
beschränkte, sondern sich vor allem in der diskursiven
Verknüpfung unterschiedlicher Wirklichkeitsbereiche ausdrückte.
Grundlage
des Vortrags sind Forschungsarbeiten, die im Rahmen eines
kleineren Projektes zur Auswanderung sächsischer Altlutheraner
1838/39 in die USA am Institut für Sächsische Geschichte
und Volkskunde im Jahr 2006 durchgeführt wurden. Quellen
des Projektes sind diverse schriftliche Zeugnisse, neben der
archivalischen Überlieferung in Sachsen insbesondere
zeitgenössische regionale Zeitungen sowie gedruckte Traktate
und Abhandlungen zum Thema der Auswanderung.
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