Deutsche Gesellschaft für Volkskunde Johannes Gutenberg-Universität Mainz Gesellschaft für Volkskunde in Rheinland-Pfalz
 
 
 
   
   
 
 
 
 
   
   
 
 
 
 
   
   
   
   
     

Unter Beobachtung: "Anonymität" als mediales Modell um 1900

Zahlreiche wissenschaftliche Fachbücher und Aufsätze zum Zeitungs- und Pressewesen diskutieren um 1900 Fragen der anonymen Autorschaft. Diese kritisch geführten Diskussionen um Anonymität, die mein Vortrag in den Blick nimmt, verhandeln Formen von Kommunikation, Öffentlichkeit und das Verhältnis von Medien und Gesellschaft und stellen damit Befunde der Medienwahrnehmung, -deutung und -aneignung dar. Meine Untersuchung konzentriert sich auf schriftliche Quellen unterschiedlicher disziplinärer Provenienz (vorwiegend staatsrechtliche und journalistische Aufsätze und Abhandlungen), die zwischen 1890 und 1930 entstanden sind. Die Quellen offenbaren gesellschaftsreflexive und -analytische Beobachtungen, Projektionen und Deutungen, die (über die bürgerliche Elite hinaus) die "Gesellschaft" als "Adressat und Akteur im medialen Feld" konstituieren.

In erster Linie geht es darum, anhand von Beispielen der Verhandlung von Anonymität, Lesbarkeiten der kritischen Beobachtungen des Verhältnisses von Medien und Gesellschaft zu entwickeln und diese in ihren gesellschaftlich-kulturellen Bedeutungsdimensionen und Implikationen zu analysieren. Dabei sollen die Diskussionen um Anonymität und Autorschaft als Ausdruck einer „neuen Medialität“ untersucht werden, die sowohl Wahrnehmungen und Erfahrungen von Wirkungen der zeitgenössischen Medientechniken offenbart als auch begrifflich-methodische Konzepte und Ansätze im Umgang mit Fragen von Autorschaft sowie auch der Verarbeitung und Veröffentlichung von personalen Daten entwickelt.

 
 
 
 
 
 
Der Vortrag von Julia Fleischhack findet statt am:
Mi | 26.9. | 10.00 Uhr
in P2