Deutsche Gesellschaft für Volkskunde Johannes Gutenberg-Universität Mainz Gesellschaft für Volkskunde in Rheinland-Pfalz
 
 
 
   
   
 
 
 
 
   
   
 
 
 
 
   
   
   
   
     

Wie alt sind Sie? 28
Wo ist Ihr aktueller Wohnsitz? irgendwo zwischen Toulouse, Paris, München und Berlin bzw. kein fester Wohnsitz
Was ist Ihre momentane berufliche Tätigkeit? Bewerbungen schreiben und rechnen, wie lange das Geld noch reicht ...
Was sind Ihre aktuellen Forschungsprojekte bzw. Forschungsschwerpunkte? Bin nicht/nicht mehr/momentan nicht wissenschaftlich tätig, sonst wären es wohl, meinen Interessen entsprechend: Fiktion und "Realität"; Literatur/Film und Alltag; Kunst und Lüge; Ethnographie als Literatur
Wo waren Sie zuvor tätig? Student bzw als Tutor am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt Universität Berlin
Was sind Ihre weiteren Interessensgebiete? Film, vor allem fiktionaler Film, Fernsehen, Literatur, Reisen, Sprachen, Nachdenken über die Sicherung des Lebensunterhalt in Verbindung mit angenehmer Lebensweise
Worauf freuen Sie sich besonders? Viele nette Kontakte von den Studierendentreffen und Kongressen der letzten Jahre auffrischen, interessante Vorträge von Grenzgängern zwischen Europäischer Ethnologie und Medien-/Literaturwissenschaft zu hören

Kino und Erinnerung
Zur biographischen Verankerung medialer Rezeption

Erinnerungen an Medienerfahrungen und biographische Erinnerungen bedingen und durchdringen sich gegenseitig. Am Beispiel des Kinos gehe ich der Frage nach, wie Medien als Anstoß biographischer Erinnerung funktionieren und diese transportieren. Meine Arbeit ist transdisziplinär angelegt und speist sich aus der Europäischen Ethnologie ebenso wie aus der Medien- und Kommunikationswissenschaft.

Empirische Basis meiner Analyse sind zehn biographisch ausgerichtete Einzel- und Gruppeninterviews, die ich im Frühjahr 2006 mit Münchnerinnen und Münchnern der Jahrgänge 1925–35 geführt habe. Ein Großteil der in den offen angelegten Gesprächen generierten Erinnerungstexte situiert sich in den für diese Generation prägenden letzten Kriegsjahren, der Nachkriegszeit und den 1950er Jahren.

An mein empirisches Material trete ich mit den Theorien von Henri Bergson und Maurice Halbwachs ebenso heran wie mit aktuellen Beiträgen zur Gedächtnisdebatte, um die unterschiedlichen Aspekte der Erinnerung zu beleuchten.

Der Akt des Erinnerns bewegt sich – wie die Erfahrung eines Filmes im Kino auch – zwischen individueller Sinngebung, sozialem Handeln und einer Einordnung in kollektive Zusammenhänge. Diese Komplexität des Erinnerns und der Mediennutzung zeige ich in der Interpretation meines Materials ebenso auf wie die Bedeutung des Kinos als Ort der Medienerfahrung und als "Umschlagplatz" von Jugend- und Populärkultur. Besondere Aufmerksamkeit verdient im Rahmen des Kongressthemas die Rolle, die Medienerinnerungen in der alltäglichen Interaktion für die Konstruktion und Festigung sozialer Gruppen wie Familie oder Freundeskreise spielen.

 
 
Laurin Dietrich
 
 
 
 
Der Vortrag von Laurin Dietrich findet statt am:
Mo | 24.9. | 17.00 Uhr
in P3