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Wo
ist Ihr aktueller Wohnsitz? Berlin
Was ist Ihre momentane berufliche Tätigkeit? Promovendin
im Forschungsverbund "Präventives Selbst" (Promotionsprojekt
zu Chronizität und Normalisierung)
Wo waren Sie zuvor tätig? Im EU-Projekt "Challenges
of Biomedicine. Socio-cultural Contexts, European Governance
and Bioethics"
Was sind Ihre aktuellen Forschungsprojekte bzw. Forschungsschwerpunkte?
In meinem Promotionsprojekt interessiert mich die alltägliche
wie medizinische Verhandlung chronischer Krankheit (Beispiel
Transplantationsmedizin), insbesondere damit verbundene Wissens-
und Körperpraxen. Allgemeinere Forschungs- und Bezugspunkte
bilden Medizinanthropologie, Wissensanthropologie und STS
(Studies of Science, Technology and Society).
Was sind Ihre weiteren Interessensgebiete? Arbeit und
Subjektivität, Geschlechterforschung, (kulturen)vergleichende
Forschung
Worauf freuen Sie sich besonders? Meinen ersten dgv-Kongress
auf dem ich nicht nur im Publikum sitze ... Diskussionen,
Austausch und KollegInnen.
"Vergewisserte"
Alltagspraxen chronisch Kranker
oder: Die Verhandlung von medizinischem Wissen zwischen Sprechzimmer,
Internet und Alltagsverstand
Medizinisches
Wissen spielt in den Alltagen von Patientinnen und Patienten
mit chronischen Krankheiten eine wichtige Rolle. Chronisch
krank zu sein bedeutet nicht nur, mit dem Wissen um die eigene
Krankheit und ihre Auswirkungen langfristig umgehen zu lernen,
sondern auch, mit vielfältigen Formen medizinischen Wissens.
An welchen Punkten wird dieses Wissen (und seine Autorität)
akzeptiert, wo aber auch ignoriert oder hinterfragt? Medizinisches
Wissen verstehe ich hier als Werkzeug, mit dem beispielsweise
Befinden und Erfahrungen gedeutet und erklärt und Argumente
geliefert werden, um Alltagspraxen oder Lebensstile zu verändern.
Die Aneignung und Verhandlung medizinischer Wissensangebote
findet nicht allein in der Arzt-Patienten-Interaktion statt,
sondern auch im Austausch mit anderen Patientinnen und Patienten,
der biographischen Einordnung von Krankheitserlebnissen, der
alltäglichen Auslegung therapeutischer Vorschriften etc.
Eine Informationsressource, die dabei immer wieder herausgehoben
wird, ist das Internet und der damit verbundene Zugang zu
sehr unterschiedlichen medialen Präsentationen und Aufbereitungen
von (medizinischem) Wissen.
Anhand
ethnographischer Forschungsarbeit zu Organtransplantierten
und Patientinnen und Patienten mit genetischen Erkrankungen
möchte ich diese alltägliche Auseinandersetzung
mit und Verhandlungen von medizinischem Wissen genauer in
den Blick nehmen. Inwiefern wird in diesem Prozess medizinisches
Wissen durch alltägliches Wissen erweitert und modifiziert?
Aber auch umgekehrt, wie verändern sich Konzepte von
Gesundheit/Krankheit durch medizinisches Wissen und damit
verbundenen Handlungsangeboten. Kurz: Wie reflektieren und
interpretieren Patientinnen und Patienten ihre Wissens- und
Alltagspraktiken mit der Hilfe aber auch jenseits
von medizinischen Erklärungen und Handlungsoptionen?
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