Deutsche Gesellschaft für Volkskunde Johannes Gutenberg-Universität Mainz Gesellschaft für Volkskunde in Rheinland-Pfalz
 
 
 
 
 
   
   
   
   
   
     
 
 
 
 
   
   
 
 
     




Kongresskino
Der Film wird in Hörsaal P5 gezeigt.
 

14:30 Uhr
Do-Sanh - der letzte Film
Regie: Hans-Dieter Grabe

Autor: Hans-Dieter Grabe
Kamera: Horst Bendel, Kurt Werner Drews, Hans-Dieter Grabe, Carl Franz Hutterer und Tran Dung Tien
Deutschland/Vietnam 1970-1998
Laufzeit: 99 min
Sprache: Deutsch

Hans-Dieter Grabe über seinen Film:
»Allen, die seit 1970 an den Filmen über Do Sanh mitgearbeitet haben, geht es ähnlich. Sein Bild hat sich uns eingeprägt.Wir sehen ihn vor uns als schwer kriegsverletztes Kind auf einem Hospitalschiff 1970 in Vietnam, als fröhlichen Lausbub 1974 in einem deutschen Heim nach Operationen und Krankenhausaufenthalten und – nach Jahren im Nachkriegsvietnam als Tagelöhner, Bettler und Lagerhäftling – 1990 als Rikschafahrer auf den Straßen Saigons.Wir sehen ihn vor uns – unerwartet nach seinen Verletzungen – als glücklichen Vater mit seiner kleinen Tochter auf dem Arm. Am 1. Mai 1996 erfuhr ich, dass Do Sanh am Tag zuvor gestorben war, ausgerechnet am 30.April, dem Jahrestag der Beendigung des Vietnamkrieges. Seit Monaten hatte ich auf Sanhs Einverständnis gewartet, wieder nach Vietnam kommen und die Filmarbeiten mit ihm fortsetzen zu dürfen. Sanh fürchtete, die Veröffentlichung neuer Dreharbeiten könnte ihn zum Ausgestoßenen machen. Sanh hatte Aids. Mit Sahns Tod gab es für mich erst einmal keinen Gedanken mehr an einen weiteren Film. Angst hatte ich vor der Gratwanderung zwischen distanzierter Darstellung seines Lebens und dem Nichtleugnenwollen, Nichtleugnendürfen meiner persönlichen Beziehung zu ihm und meiner Trauer. Freunde und Kollegen, die die Filme über Do Sahn kennen, drängten mich, mein Zögern zu überwinden.«
Mit freundlicher Unterstützung des ZDF.

Hans-Dieter Grabe arbeitete fast 40 Jahre für das ZDF und wurde für seine Beiträge mit dem Grimme-Preis und anderen Auszeichnungen bedacht. Der Autor wird bei der Filmvorführung anwesend sein und anschließend zur Diskussion zur Verfügung stehen.

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  Blogbeitrag zum Film