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Sehr
geehrte Damen und Herren,
gerne
habe ich die Schirmherrschaft über den 36. Kongress der
Deutschen Gesellschaft für Volkskunde übernommen.
Ich freue mich, dass Sie zum ersten Mal in der über 100-jährigen
Geschichte Ihrer Gesellschaft in Mainz tagen. Gleichzeitig
heiße ich Sie alle in der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz
willkommen und wünsche Ihnen einen angenehmen Aufenthalt.
Ich hoffe, dass Sie neben Ihrer Tagung Gelegenheit haben werden,
die Sehenswürdigkeiten der Landeshauptstadt kennen zu
lernen. Ebenso hoffe ich, dass Sie die regionalen Spezialitäten,
besonders den vorzüglichen Rheinhessenwein, genießen
können.
Sie
haben Ihren Kongress unter das Thema gestellt: "Bilder,
Bücher, Bytes Zur Medialität des Alltags".
Für dieses Leitthema gibt es wohl keinen besseren Tagungsort
als Mainz, d i e Medienstadt in Deutschland. In Mainz wurde
Johannes Gutenberg geboren, hier haben bedeutende Verlage
ihren Sitz. Das neu gestaltete Gutenbergmuseum sowie das Landesmuseum
laden zu Besuchen ein. Dazu hat der Südwestrundfunk in
der Landeshauptstadt ein Sendezentrum, außerdem ist
Mainz Sitz der größten Fernsehanstalt Europas,
des ZDFs. Das alles bildet einen hervorragenden Hintergrund,
um über die Medialität des Alltags zu forschen und
zu diskutieren.
Dabei
werden Sie sicherlich feststellen: Die neuen Medien revolutionieren
unseren Alltag. Wohl noch nie hat es eine Generation gegeben,
deren Lebensgefühl so stark von den elektronischen Medien
geprägt ist, wie die heutige. Aber wie steht es um die
Kommunikationsfähigkeit der Internet-Generation? Wird
eine breitflächige Medienkompetenz vermittelt? Können
die Lehrerinnen und Lehrer die erforderlichen Schlüsselqualifikationen
und das Handwerkszeug vermitteln, damit die Informationsmöglichkeiten
der neuen Medien in ihrer Breite und Tiefe genutzt werden?
Das sind nur einige Fragen, die sich mir im Zusammenhang mit
der Informationsgesellschaft stellen. Sie werden sicherlich
bei Ihrem Kongress eine Rolle spielen.
Wir
sollten uns auch vor Augen führen: Wir alle stehen auf
den Schultern Gutenbergs. Beim "Übergang von Gutenberg
zu Gates" dürfen allerdings die Interessen des einzelnen
Mediennutzers nicht unter die Räder kommen. Der Mensch
muss Mittelpunkt und Maßstab der Medien und der Medienpolitik
bleiben. Und das bedeutet für mich, freier Zugang zum
Wissen für alle.
Den
Ergebnissen Ihres Kongresses sehe ich mit Interesse entgegen.
Als Schirmherr danke ich den Mitgliedern der Gesellschaft
für Volkskunde in Rheinland-Pfalz, die in Verbindung
mit der Abteilung Kulturanthropologie/Volkskunde des Deutschen
Instituts der Johannes Gutenberg-Universität Mainz die
Tagung vorbereitet haben.
Dem 36. Deutschen Volkskundekongress wünsche ich einen
erfolgreichen Verlauf.

Kurt
Beck
Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz
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